The following important interview with Herr Wigand Wüster, a World War II Stalingrad German veteran. Wigand Wuester has written many books on World War II and appeared on U.S. TV shows such as the PBS Special "Battle of Stalingrad." We alternated the questions and answers between English and German/Deutsch.

1) Describe some of your experiences in the German 6th Army.

Answer: I was an artillery officer in the artillery - 171st Artillery Regiment, 71st Infantry Division. The 71st Infantry Division was associated with Germany's 6th Army and among other things involved in the battle of Stalingrad. Back then we still went to war with horse-drawn guns, by no means as high-tech as the image of the german Wehrmacht was perceived by other countries. I am also convinced that Germany in 1939 was not prepared for a great war or a World War, either militarily or economically.


Ich war Artillerie-Offizier im Artillerie - Regiment 171 der 71. Infanterie-Division. Die 71. Infanterie - Division war im Verband der deutschen 6. Armee unter anderem beteiligt am Kampf um Stalingrad. Wir sind damals noch in den Krieg gezogen mit pferdebespannten Geschützen, also keinesfalls so hochtechnisiert wie im Ausland oft das Image der Deutschen Wehrmacht war. Ich bin auch der Meinung, dass Deutschland 1939 tatsächlich
nicht auf einen großen Krieg oder gar einen Weltkrieg vorbereitet war, weder militärisch noch wirtschaftlich.


2) What battles did you fight before the Battle of Stalingrad?

Answer: I was part of the invasion of Poland in 1939 and the march on France in 1940 (where I was involved with the breakthru of the Maginot-Line with Tankforce 505(La Ferte). I was there also with the higher artillery commander Robert Martinek's exploration. In 1941, my unit was part of battles in West-Ukraine, in Niemirow, where we met 2 days after the start of the war with the Soviet Union who had strong Soviet tank forces under the later General Vlasov, which were already equipped with the famous tank type R-34s.

2) Waren Sie auch an anderen Schlachten dabei vor der Schlacht von Stalingrad?

Ich habe am Polenfeldzug 1939 teigenommen und am Frankreichfeldzug 1940 ( Hier war ich beteiligt am Durchbruch der Maginot-Linie beim Panzerwerk 505 ( La Ferté ). Ich war dort auch mit dem höheren Artillerie-Kommandeur Robert Martinek auf Erkundung.

1941 war meine Einheit beteiligt an den Kämpfen in der West-Ukraine, u.a. in Niemirow, wo wir bereits 2 Tage nach Beginn des Kriegs mit der Sowjetunion auf starke sowjetische
Panzerkräfte unter dem späteren General Wlassow ( Vlasov ) stießen, die schon mit dem berühmten Panzertyp T 34 ausgestattet waren.

3) Did you fellow soldiers feel confident of winning the Battle of Stalingrad?

Answer: Absolutely. Despite the high losses in Sommer 1942 the german soldiers felt they were superior to the soviet Armee. Especially when it came to the formation of the Soviet reserves for a great counter offensive. We had no idea. The author Walter Kerr wrote a very interesting book "The Secret of Stalingrad"


3) Haben sich Ihre Kameraden zuversichtlich gefuehlt den Kampf zu gewinnen?

Ja, durchaus. Trotz der hohen Verluste im Sommer 1942 fühlten die deutschen Soldaten sich der sowjetischen Armee überlegen. Insbesondere von der Bildung sowjetischer Reserven für eine große Gegenoffensive hatten wir keine Ahnung. Der Autor Walter Kerr schreibt dazu übrigens sehr interessant in dem Buch "Das Geheimnis Stalingrad" ( The secret of Stalingrad
).

4) What was the weather conditions like during the Battle of Stalingrad?

Answer: In my opinion, the weather had no major impact, except later during the siege, as the supply flights were very much hampered due to the winter weather.

4) Wie schlimm war das Wetter waehrend den Kampf in Stalingrad?

Das Wetter spielte meiner Meinung nach keine große Rolle, außer später während der
Einkesselung, als die Versorgungsflüge durch das Winterwetter sehr stark behindert wurden.


5) Why is Battle of Stalingrad important to the outcome of World War II?

Answer: By itself, Stalingrad was for the military not that important in the war. What was however very important was the psychological effect especially in Germany. For the first
time the German Wehrmacht lost a great battle. Great pessimism spread throughout Germany, especially since Germany was not very
enthusiastic about the war in the first place. Even the great successes when increasing the production of arms after Stalingrad could not change this.

5) Warum war die Schlacht von Stalingrad so wichtig zu dem Endergebnis des zweiten
Weltkrieges?

Stalingrad war militärisch an sich nicht von entscheidender Bedeutung für den Kriegsverlauf. Wichtig war allerdings die psychologische Wirkung, auch und gerade in
Deutschland. Erstmals war die Deutsche Wehrmacht definitiv in einer großen Schlacht unterlegen. Da in Deutschland ohnehin keine Kriegsbegeisterung bestand,breitete sich großer Pessimismus aus. Auch die großen Erfolge bei der Steigerung der
Rüstungsproduktion nach Stalingrad konnten daran nichts änderen.

6) What were your experiences as a prisoner of the Germans after the Battle of Stalingrad?

Answer: I extensively wrote about this in my books. In the beginning after Stalingrad is was very hard, survival was slim. Later in the so-called main camps there was a real chance.
To my knowledge there is little information available abroad about the fate of the german prisoners. I would very much welcome it, if it would become public knowledge, i.e my memories



6) Was wahren Ihre Erlebniese als ein Kriegsgefangener nach dem Stalingrad Kampf in Russland?

Ich habe hierüber ja eingehend in meinen Büchern berichtet. Die erste Zeit nach Stalingrad war sehr schwierig, die Überlebenschance war gering. Später in den sogenannten Stammlagern ga es eine reelle Chance. Über das Schicksal der deutschen Gefangenen in der Sowjetunion gibt es meines Wissens im Ausland wenig Informationen. Ich würde es daher begrüßen, wenn es insofern zu Veröffentlichungen käme, z.B. meiner
Erinnerungen.

7) What was Germany like from 1945 to 1950 after World War II? Was it hard rebuilding the
country?


Answer: When I returned to West Germany in 1950, most everyone was already used to the new situation of the Cold War. The reconstruction was already in the best interest of the USA and
the rest of the Western powers. Right after the defeat in 1945, the situation in Germany was way more dramatic. There was the threat of complete de-industrialization (Morgenthau-Plan)
and the breakup of the entire country to its neighboring states.


7) Wie war es in Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg von 1945 zu 1950?

War es sehr schwer das Land wieder aufzubauen. Als ich Anfang 1950 nach Westdeutschland zurückkehrte, hatte man sich dort bereits mit der neuen Situation des Kalten Kriegs arrangiert. Der Wiederaufbau war nun schon im Interesse der USA und der anderen westlichen Siegermächte. Unmittelbar nach der Niederlage 1945 war die Situation für Deutschland wesentlich dramatischer: Es drohte ja die komplette De-Industrialisierung ( Morgenthau - Plan ! ) und die Aufteilung des ganzen Staatsgebiets unter die Nachbarstaaten.

8) How has Germany and Europe changed since World War II?

Answer: Today Germany is firmly integrated with the EU and the rest of the european states are no longer afraid of Germany trying to dominate them.



8) Wie hat sich Deutschland und Europa veraendert seit dem zweiten Weltkrieg?

Heute ist Deutschland fest eingebunden in die Europäische Union und die anderen europäischen Staaten haben keine Angst mehr von Deutschlasndf dominiert zu werden.


9) How has Germany felt when the Iron Curtain divided Germany into two pieces has?

Answer: The situation was of course initially felt as completley unnatural and intolerable. However over the years we got used to the situation and looked at the division as permanent. It seemed it was the price for loosing the war.

9) Wie hat sich Deutschland gefuehlt als der Eiserne Vorhang Deutschland in 2 Stuecke geteilt hat?

Diese Situation wurde natürlich zunächst als völlig unnatürlich und unerträglich empfunden. Allerdings hat man sich im Laufe der Jahre etwas an die Situationgewöhnt und die Teilung für lange Zeit als unabänderlich angesehen. Es erschien sozusagen als Preis für den verlorenen Krieg.



10) How many German prisoners came from Germany to home and how long you were a Russian prisoner.

Answer: 1/3 of the german prisoners lost their life in the Soviet Union. The prisoners in the West had a slightly better chance, although their situation right after the capitulation
in 1945 was also disastrous. (i.e Think of the infamous Rheinwiesenlager). The investigations were so difficult due to the west-allies trying to distinguish between POWs and so called capitulation prisoners. I was a prisoner in the Soviet Union for 7 years.


10) Wie viele Deutsche Gefangenen sind von Deutschland nach Hause gekommen und wie lange waren
Sie ein Russischer Gefangener.

Ein Drittel der deutschen Kriegsgefangenen in der Sowjetunion ist ums Leben gekommen. Die Gefangenen im Westen hatten etwas bessere Chancen, obwohl deren Situation direkt nach der Kapitulation 1945 ebenfalls katastrophal war ( Man denke z.B. an die berüchtigten Rheinwiesenlager ). Die Untersuchungen dazu sind dadurch schwierig, als man auf west-alliierter Seite unterschied zwischen Kriegsgefangenen und sogenannten
Kapitulationsgefangenen. Ich selbst war fast 7 Jahre Gefangener in der Sowjetunion.

11.) Has the war has changed your life?

Once I returned to Germany in 1950, I was 29 years old and had - as so many other late home comers - lost altogether 10 years of my life. I felt therefore that I was forced without any more delay to rebuilt my professional and private life. This included my immediate marriage to my fiancee Ruth, who waited all of these years for me and because of it strengthened my will to live and the start of my study. I am thankful to the Lord God for giving me the gift of so many years of life in quiet and peace.



11.) Wie hat der Krieg Ihr Leben veraendert?

Als ich 1950 nach Deutschland zurückkehrte, war ich 29 Jahre alt und hatte - wie viele andere Spätheimkehrer - insgesamt über 10 Jahre meines Lebens verloren. Ich fühlte mich daher gezwungen, ohne weitere Verzögerungen mein weiteres Berufs - und Privatleben aufzubauen. Dazu gehörte die sofortige Eheschließung mit meiner Verlobten Ruth, die all die Jahre auf
mich gewartet hatte und dadurch meinen Lebenswillen entscheidend gestützt hatte und die Aufnahme eines Studiums. Ich bin dem Herrgott dankbar dafür, dass mir bis heute noch so viele Lebensjahre in Ruhe und Frieden geschenkt wurden.


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